Presseerklärungen

Constellium/Alcan: alle Jahre wieder das gleiche Spiel

Mittwoch, 11. Mai 2011

Gerade die positiven Zahlen von Constellium/Alcan sowie die Aussage des Geschäftsführers, Zimmermann, dass für den Konzern die Rendite entscheidend ist, bereitet uns große Sorge. Natürlich soll Constellium/Alcan profitabel arbeiten und seinen Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten; dazu gehört auch, dass regelmäßig in das Werk investiert wird. Wenn aber allein die Rendite entscheidend ist, verkommen die Mitarbeiter zu bloßen Kostenstellen. Und diese sind leicht vergleichbar mit anderen Unternehmen. Allein schon in Deutschland haben wir unterschiedliche Lohnniveaus, denn in den Neuen Bundesländern arbeiten die Menschen länger und teilweise für weniger Geld. Wenn jetzt ein internationaler Konzern wie Constellium/Alcan versucht, das Lohnniveau zu senken, hat das gravierende Folgen für die gesamte Branche. Und die erhoffte Rendite wird nicht lange Bestand haben, da die Konkurrenz nachziehen muss. Das Ende vom Lied: eine Lohnpreisspirale, die nur nach unten gehen kann. Eher doch sollte sich der Konzern auf die Qualität und Produktivität seiner Produkte und Dienstleistungen konzentrieren und damit seine Stellung am Markt behaupten.

Gerade bei der derzeitigen Auftragslage und den positiven Geschäftszahlen kommt die Forderung nach Stellenabbau und einer zehnprozentigen Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich einer Erpressung gleich. Ziel des Unternehmens kann es doch nur sein, an die Solidarität der Mitarbeiter zu appellieren, die lieber auf Gehalt verzichten als einen Kollegen auf die Straße zu setzen. Dieses Verhalten kann man nur als unanständig bezeichnen.

Liebe Mitarbeiter bei Constellium/Alcan – bleibt standhaft! Lasst Euch nicht erpressen, seid stolz auf Eure Leistung und kämpft für den Erhalt Eurer Arbeitstellen ohne Lohnverzicht. Eure Familien, die regionale Politik, die Bürger der Stadt Singen und des Landkreises stehen hinter Euch. Wir, Die Linke, werden, wie schon am 1.Mai, beim Arbeitskampf an Eurer Seite stehen.

Michael Krause