Allgemein

Rente

Das große Staatsversagen

Und die Last des kleinen Mannes.

Rente, Kinder, Investitionen, Vorsorge, Unterstützung von Angehörigen usw…. , die Liste könnte ewig so weiter gehen Probleme gibt es viele nur die Lösungen sind oft sehr einseitig und heißen jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Im Grundsatz mag dies auch stimmen, jeder von uns ist selbst für sich verantwortlich. Das beinhaltet auch, für seine Familie einzutreten wenn diese einmal Hilfe braucht. Soweit so gut aber es gibt viele Bereiche die nicht im Einflussbereich einzelner Personen liegen. Die durch andere beeinflusst oder uns durch gesellschaftliche Veränderungen aufgezwungen werden.

Der Staat hat eine Fürsorgepflicht für seine Bürger, er sollte lenken und Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich alle Bürger entfalten können um für sich und Ihre Liebsten ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu gewährleisten. Statt darauf hin zu arbeiten, entfernt sich unser Staat (ein weltweites und teilweises radikales bis nationalistisches Phänomen) immer weiter von diesem Ideal. Er gibt Verantwortung an uns Bürger ab und schafft im gleichen Atemzug immer neue Hürden, für ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Unsere Probleme beginnen schon mit bei der Geburt. Die Eltern sollten schon frühzeitig anfangen für ihr Kind Geld an zu sparen, für den Führerschein oder die erste Wohnung. Das kann sich nicht jede Familie leisten und wenn sie es doch kann und zu viel Geld beiseite legt, könnte das später zum Problem werden, zumindest wenn der Familie die Arbeitslosigkeit droht. Dann ist es sehr entscheidend unter welchen Namen und wie hoch das jeweilige Gesparte angelegt ist. Schnell kann dann das Geld das eigentlich für das Kind gedacht war, für den Lebensunterhalt der Familie drauf gehen.

Hat man jetzt auch noch Eltern oder Verwandtschaft die Pflegebedürftig sind, kann auch hier neben der vielen unbezahlten Zeit für die Pflege, auch das eigene Einkommen und Vermögen herangezogen werden. Gerade um die Mehrkosten im Altersheimen zu decken.

Jetzt aber mal zu der Selbstverantwortung, jeder sollte für sich auch selbst vorsorgen. Berufsunfähigkeitsversicherung, Haftpflicht, Hausrat, Unfallversicherung, Lebensversicherung, Bausparvertrag usw… dann sollte man sich das, was man sich anschafft eigentlich auch ansparen können. Vor allem sollte man frühzeitig, am besten schon in der Lehre Geld für die Rente zurücklegen. Jetzt sind wir ganz klassisch schließen einen Riester Vertrag ab, zahlen über das Unternehmen in dem wir arbeiten in die Altersvorsorge ein und suchen uns noch eine unabhängige Geldanlage. Wer es schafft allein für diese Bereiche Geld bei Seite zu legen sollte jeden Monat schon ein paar Hunderter auf der hohen Kante haben. Denn Sie haben bisher noch keine Miete, Auto, Essen oder sonstige Familienausgaben finanziert.

Nun stellen wir uns vor Sie sind heute 17 Jahre alt, das Renteneintrittsalter wird von vielen Politikern gerne bei 70 Jahren oder höher gesehen. Das heißt wir planen heute, um in 53 Jahren von dem Angesparten zu leben. Wenn die Welt perfekt wäre, wäre das eigentlich kein Problem aber nur wenige werden das Glück haben am Ende eines solchen Sparweges tatsächlich davon profitieren zu können. Es ist eher wahrscheinlich das nur diejenigen davon profitieren die so oder so besser gestellt sind in unserer Gesellschaft und auf solche Sparvarianten verzichten können. Was aber nicht die Mehrheit ist.

Was kann alles passieren! Sie haben über viele Jahre hinweg in ihrem Unternehmen in die betriebliche Altersfürsorge eingezahlt und nun wird ihr Unternehmen insolvent. Ob und wie viel Sie von Ihrer Altersvorsorge dann noch retten können ist fraglich. Denn bisher gibt es verschiedene Anlagenformen für Unternehmen, wodurch es auch passieren kann dass die Betriebsrente in die Insolvenzmasse rutscht. Wie schnell große Unternehmen Pleite gehen haben wir bei Schlecker gesehen. PS. Auch der Versicherer wo das Geld Angelegt ist kann Pleite gehen und was ist dann mit der Betriebsrente.

Jetzt Sparen wir ganz klassisch Geld für die Altersvorsorge, meist über Zeiträume von 10 Jahren oder suchen uns einen Rentensparplan raus. Unabhängig von den veränderten Marktbedingungen mit Zinsen und den verschiedensten Anlageformen ist der Sparer relativ flexibel und es liegt in seiner Hand das Geld zu vermehren. Aber nur solange nichts schiefgeht. Klar es gibt die Einlagensicherung, hier springt der Staat ein, wenn eine Bank pleite geht. Aber wer springt ein wenn der Sparer pleite geht? Denn das kann heute schneller geschehen als man denkt. Es gibt keine Arbeitsplatzgarantie, Unternehmen sind heute viel Wankelmütiger als früher. Arbeitnehmer werden mal eben zum Wohl der Rendite rausgeschmissen oder das Unternehmen ins Ausland verlagert oder es geht einfach insolvent. Im wahrscheinlichsten Fall hangeln Sie sich von einer befristeten Stelle zur nächsten. In diesen Fällen muss der Arbeitnehmer mit seiner eigenen Sparanlage ran bevor er Hilfe vom Staat bekommt. Wenn er Glück hat kann er kleine Summen auch weiterhin behalten und bis zu einem gewissen Betrag in der richtigen Rentenanlage liegen lassen. Den Rest muss er für seinen Lebensunterhalt aufbringen. Hätte er nicht gespart oder zumindest nur den Betrag den er in diesem Fall behalten durfte. So hätte er in den Jahren zuvor mehr Geld zur Verfügung gehabt und sich mehr leisten können, was wiederum positiv für die Wirtschaft gewesen wäre. Aber wer legt sein Geld schon nach ALG II oder Sozialhilfegrenzen an, wohl niemand der normal arbeiten geht.

Jetzt zu dem viel Umworbenen Riester, dieser ist besonders für die untere Einkommensschicht sinnvoll oder etwa doch nicht? Gerade Menschen mit geringem Einkommen bekommen eine relativ hohe Förderung. Aber wer es nicht schafft in seinem Arbeitsleben mehr in die Rentenkasse ein zu zahlen und somit auf staatliche Sozialhilfe oder Wohngeld angewiesen ist, wird mit seiner Riesterrente dafür eintreten müssen. Das heißt das er im Alter doch nichts zusätzliches zur Verfügung hat und dazu in seinem bisherigen Leben auf einiges verzichten musste. Denn er hätte das Geld auch im Alltag ausgeben können. Für diejenigen die nur den Mindestlohn zur Verfügung haben oder durch zu viele Ausfälle, Kinderbetreuung, Pflege oder Gesundheit nicht voll arbeiten konnten, würde ich empfehlen vor dem Eintritt ins Rentenalter den Riestervertrag zu überprüfen und gegebenfalls vorzeitig auf zu lösen.

Jetzt aber mal was grundsätzliches zum Thema „Sparen“. Als Kind wird man zum sparen erzogen. Eigentlich sollten wir uns auch im Erwachsenenalter daran halten. Bei einigen Sparmodellen profitieren aber mehr die Banken und Versicherer als der Sparer, da gehört auch Riester dazu. Oder es gibt keine Zinsen mehr, wie aktuell. Denn die EZB rät den Menschen Ihr Geld ausgeben um die Wirtschaft „vermeintlich“ wieder in Schwung zu bringen. Doch selbst das reicht der EZB nicht, wir sollen Kredite aufnehmen um noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen.
Das paradoxe daran, einerseits sollte jede Bank, jedes Unternehmen und jeder Endverbraucher immer einen Sicherheitspuffer auf der hohen Kante haben. Andererseits sollten sie Geld investieren und dass, in einem immer schnelleren Kreislauf. Da sind 53 Jahre Planung für die Rente für jedes Unternehmen utopisch. Diese Last wir vor allem auf den kleinen Mann abgewälzt, der jetzt schon sein Einkommen zum größten Teil vollständig ausgibt. Während wenige Reiche auf Unsummen an Geld sitzen und dem normalen Wirtschaftskreislauf das Geld entziehen.

Im Grunde sollten wir doch nachhaltig handeln, das heißt wir sollten Produkte kaufen die lange halten. Also wie früher als die Fernseher noch über 20 Jahre hielten. Mit unserem technologischen Fortschritt haben wir es geschafft die Haltbarkeit stark zu verkürzen. Denn Profit ist alles und fünf Fernseher im gleichen Zeitraum zu verkaufen als bisher einen, bringt natürlich mehr Rendite (nachhaltige Rendite). Das gibt es mittlerweile in allen Bereichen. Früher konnte man darauf vertrauen beim Kauf einer Großpackung Geld und Verpackungsmüll zu sparen. Heutzutage wird gern die Inhaltsmenge dezimiert, die Rezeptur verbessert oder neue Verpackungsgrößen erfunden. Mit dem Ziel den Umsatz zu steigern. Diese Entwicklung nimmt uns im Alter sehr viel finanziellen Spielraum denn auch während der Rente geht der neue Flachbildschirm leider schneller kaputt als die alte Röhrenkiste.

Wie steht’s denn um Ihre Gesundheit? Haben sie jetzt schon Probleme und müssen einige Leistungen selbst bezahlen? Dann dürfen Sie sich jetzt schon auf Ihre Rente freuen, denn dann werden Sie noch öfter zur Kasse gebeten. Auch wenn sie nur 2 Prozent, oder bei chronischen Erkrankungen 1 Prozent zuzahlen müssen, gibt es genug Behandlungen die überhaupt nicht mehr bezahlt werden oder nur noch teilweise, siehe Zahnersatz.

Wo befinden Sie sich jetzt? Unter denen die eher privilegiert sind und wahrscheinlich mit 70 noch Arbeiten könnten. Oder doch bei den schwer arbeitenden Massen die es wahrscheinlich nicht mal bis 60 schaffen, in Ihrem Beruf weiter zu arbeiten. Das Thema Umschulung in diesem Alter ist dann auch wieder eine eigene Geschichte für sich. Ich freue mich zu mindestens jetzt schon wenn meine Enkel zu mir kommen und sagen die Oma aus der Schule hat aber gesagt…..
Auch das frühe Ausscheiden aus dem Berufsleben, ob gesundheitlich oder weil sie in diesem Alter in Ihrem erlernten Beruf nichts mehr finden, wird sich zusätzlich auf Ihre Rentenbezüge auswirken. Wenn Sie einige Jahre nichts mehr einzahlen können und dann noch früher in Rente gehen müssen, bekommen Sie nicht nur Abschläge auch die theoretische Höhe die Sie hätten einzahlen können haben Sie nie erreicht.

Fassen wir zusammen: Sie sollen mit 17 ein Finanzkonstrukt planen für die nächsten 53 Jahre. Sparen in Riester, Betriebsrente und privaten Geldanlagen. Sie sollen sich finanziell absichern mit den unterschiedlichsten Versicherungen. Sie müssen Vorsorge treffen für die Ausfallzeiten bei der Geburt Ihrer Kinder oder der Pflegezeit der Eltern damit Sie nicht zu viele Rentenzeiten und Rentenpunkte verlieren (arme Frauen).
Darüber hinaus sollen Sie aber alles Geld ausgeben, investieren, Kredite aufnehmen und schön den immer schnelleren Kreislauf der Wirtschaft am laufen halten.

Liebe Politiker, kein Unternehmen plant so weit in die Zukunft. Wenn doch dann sind es nur ferne Wunschträume. Selbst ein 10 Jahresplan eines Unternehmens sieht nach 10 Jahren ganz anders aus als es damals geplant war. Sie haben eine große Behörde mit vielen Mitarbeitern die sich jeden Tag darüber Gedanken machen können. Wenn diese Mitarbeiter nicht in der Lage sind eine gerechte Rentenformel zu finden oder Sie nicht den Schneid besitzen das erwirtschaftete Kapital fair zu verteilen.
Dann gaukeln Sie den Bürger nicht vor er könnte tatsächlich etwas für seine Rente tun.

Ach so, man sollte noch sagen das wir in einer Zeit leben in der niemand mehr auf der Welt Hunger leiden, Arbeitslos und in Armut leben müsste. Es könnte allen Menschen mit unseren heutigen technischen Möglichkeiten gut gehen, wenn wir es wollten. Aber wir Menschen sind wohl zu schwach, Verantwortung für uns und andere zu übernehmen, Gier, Macht und Geltungshunger über die Bedürfnisse anderer zu stellen. Wir haben gelernt das jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist, nur das wir mit unseren Handel andere Menschen von Ihrem Glück ausschließen weil wir nicht teilen können das hat uns niemand beigebracht. Lieber zahlen wir für Ihre Armut Billionen damit sie auch Arm bleiben.

Das nennen wir dann Selbstverantwortung.