Presseerklärungen

TAKEDA – gerät unter die Räder der Globalisierung

Die Entlassungswelle erschüttert die ganze Region. Es sind nicht nur Arbeitsplätze, die hier verloren gehen. Dahinter stehen ganze Familien, die ihr Leben neu ausrichten müssen. Auch die regionale Wirtschaft wird unter der geringeren Kaufkraft leiden. Gewerbesteuer und andere Steuereinnahmen werden sinken.

Diese Trendwende auf dem Arbeitsmarkt durch die Globalisierung müssen vor allem die Arbeitnehmer austragen. Sie werden immer mehr gegeneinander ausgespielt. Es zählt nur noch die Rendite. Menschen sind nur noch Kosten – und diese kann man streichen. Soziale Verantwortung existiert bei Globalplayern nicht mehr. Der Kontakt der Geschäftsleitung zu den Mitarbeitern wird systematisch untergraben. Durch wechselnde Geschäftsführer oder mehrerer Produktionsstätten auf der ganzen Welt ist persönlicher Kontakt unmöglich.
Gegen diese Art der Globalisierung können die Kommunen nichts unternehmen. Aber sie müssen die Folgen ausbaden und ihre Bürger mit ihnen.

TAKEDA ist nur ein weiterer Dominostein der Globalisierung, der in unserer Region fällt. Gerade TAKEDA/ Nycomed hatte schon beim Verkauf des Unternehmens im Jahr 2006 Mitarbeiter entlassen. Weitere Beispiele sind die Telekom in Konstanz oder aber Constellium/Alcan in Singen, die es bis heute zum Glück noch gibt.

Die Städte müssen endlich umdenken und sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Ein so großer Verlust wie bei TAKEDA ist nicht so leicht durch andere Unternehmen abzufangen. Weit über die Stadtgrenzen hinaus sind die Folgen spürbar.
Städte, die sich zu sehr auf ihre Großindustrie verlassen, können mit deren Verlust ihren Bürgern kaum Alternativen anbieten und landen in einer konstanten Abwärtsspirale.

Der Wunsch nach Großindustrie und den damit verbundenen Jobs ist verständlich. Aber dann muss man sich auch mit den Risiken der Globalisierung auseinandersetzen. Eine Stadt sollte diese Risiken nicht allein tragen. Hier wäre ist es sinnvoller, würden die Städten in unserem Landkreis beim Anwerben von Großunternehmen stärker kooperieren, um den besten Standort für die Unternehmen zu finden.

Die beste Absicherung sind aber ein gesunder Mittelstand und Einzelhandel. Der regionale Wirtschaftskreislauf muss gestärkt werden, um nicht zu sehr von äußeren Faktoren abhängig zu sein. Hierzu stehen den Gemeinden viele Instrumente zur Verfügung, die sie intensiver nutzen müssen.
Der Wegfall von Arbeitsplätzen ist für die betroffenen Bürger/innen und Familien immer eine große Veränderung. Gibt es aber alternative Arbeitsplätze in der Umgebung, so ist die Chance größer, die Menschen hier in der Region zu halten. Auch wirtschaftliche Neuausrichtungen sind mit einem gesunden Mittelstand leichter zu stemmen als mit einem unbeweglichen Großunternehmen.
Wirtschaftsförderung muss vor allem langfristig ausgerichtet sein. Die Schaffung von Arbeitsplätzen muss vor der Rendite einzelner starker Unternehmen stehen.